Monatstreffen Februar über Tucholsky

Liebe Mitglieder,
hiermit möchte ich Sie einladen zu unserem nächsten offenen Monatstreffen.
Es findet statt am Donnerstag, den 22.02.2018 um 19.00 Uhr im Itzumer Bürgerhaus,
Spandauer Weg 40.
Im Februar steht wieder eine Lesung von und mit Gerhard Radtke aus Obernkirchen auf
dem Programm. Unsere Stadtteilzeitung „Auf der Höhe“ kündigt diese in der Ausgabe
2 auf Seite 8 so an:
Unglückliche Liebe –
(r) Der Itzumer Bürgerhausverein lädt ein zur szenischen Lesung von und mit Gerhard Radtke:
„Unglückliche Liebe – Kurt Tucholsky und die Weimarer Republik: Ein deutsches Theater.“
Sie findet am Donnerstag, 22. Februar, um 19 Uhr im Itzumer Bürgerhaus statt. Der
hundertjährige Geburtstag der ersten deutschen Republik drängt sich geradezu auf, an einen
der bedeutendsten deutschen Publizisten, Literaten und satirischen Schriftsteller zu erinnern.
Seine „unglückliche Liebe“ zur Weimarer Republik verweist auf die verzweifelt enge Bindung
Tucholskys an die Entstehung, Entwicklung und das Ende der ersten deutschen Republik.
Gerhard Radtke ist uns im Bürgerhaus bereits in sehr guter Erinnerung durch seine
szenische Lesung über Leben und Werk Erich Kästners und „Keine besonderen
Vorkommnisse – Ernüchterndes aus meinem literarischen Tagebuch“ im Februar der
letzten beiden Jahre.


„Unglückliche Liebe – Kurt Tucholsky und die Weimarer Republik:
Ein deutsches Theater“
Vor hundert Jahren – im November 1918 – war die Geburtsstunde der ersten deutschen
Republik. Mit der Wahl zur Nationalversammlung zu Beginn des Jahres 1919 fiel die
Entscheidung für eine parlamentarisch-repräsentative Demokratie.
Viele Schriftsteller, Intellektuelle und Kulturschaffende verbanden nach dem desaströsen
Ende des Weltkriegs und des Kaiserreichs mit der Republik große Hoffnungen auf eine
friedliche, freiheitliche und demokratische Entwicklung Deutschlands. Und sie waren auch
bereit, sich persönlich für diese Republik – trotz ihrer Schwächen und Fehlentwicklungen - zu
engagieren und sie gegen ihre zahlreichen Gegner zu verteidigen.
Kaum jemand ist wohl repräsentativer für diese Haltung als Kurt Tucholsky.
Der hundertjährige Geburtstag der ersten deutschen Republik drängt sich daher geradezu auf,
an einen der bedeutendsten deutschen Publizisten, Literaten und satirischen Schriftsteller zu
erinnern.
Seine „unglückliche Liebe“ zur „Weimarer Republik“ im Titel dieses Programms verweist auf
die geradezu verzweifelt enge Bindung Tucholskys an die Entstehung, Entwicklung und das Ende
der ersten deutschen Republik: Er hat sie in der „Weltbühne“ in allen ihren politischen,
kulturellen und gesellschaftlichen Erscheinungsformen analysiert, kritisch seziert, satirisch
kommentiert und parodiert. Das wird in diesem Programm durch eine vielfältige Auswahl
eindrucksvoller Texte deutlich.
Anders als in einer Lesung wird die Textauswahl jedoch in ein dramaturgisches Konzept
eingebunden, um dieses sehr „deutsche Theater“ in seinem historischen Kontext lebendig
werden zu lassen. Wer könnte das anschaulicher tun als ein politisch interessierter,
lesefreudiger Berliner Drucker der „Weltbühne“, der so ganz nebenbei – und sanft berlinernd –
auch seine eigene Lebensgeschichte mit der des bewunderten Autors und dem traurigen
Verfallsprozess der Republik zu verbinden versteht.
Dabei begegnet er vielen literarischen Figuren, wie etwa „einem älteren, aber leicht besoffenen
Herrn“," dem Mann, der nicht gut hört“ oder einem französischen Kriegsveteran, der „etwas mit
seinem Kinde besucht“ und gewinnt dabei Einsichten, die über das Scheitern der Weimarer
Republik weit hinausgehen....

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde, 50 Minuten (eine Pause nach etwa einer Stunde)
Autor/Darsteller/
Rezitator/Bühne/
Requisiten/Regie: Gerhard Radtke
Obernkirchen, im Oktober 2017